Die erste urkundliche Erwähnung des Bergbaus findet sich in einer Gerichtsakte des Hauses Hardenstein aus dem Jahr 1552, in der eine Kohlenbank als Grundstücksgrenze angegeben wird.
Im Mittelalter wurden meist nur abbauwürdige Flöze an der Oberfläche, die mit einer dünnen Schicht Lehm oder Mutterboden bedeckt waren, abgetragen, da man nicht tiefer ins Gestein vordringen konnte. Die Kohle wurde dabei aus dem Fels gebrochen oder ausgegraben. Die Bergbaubetreibenden waren damals Bauern, die für den Eigenbedarf und die Bürger der unmittelbaren Umgebung Kohle gewannen.
Später ging man dazu über, senkrechte Schächte zu bauen, um an tieferliegende Kohle zu gelangen, die dann mit Körben nach oben transportiert wurde. Doch die Schächte füllten sich schnell mit Wasser.
Aus diesem Grund baute man waagerechte Stollen, durch welche das Wasser abfließen konnte.
Im 18. Jahrhundert nahm die Kohle aufgrund der Holzknappheit einen sehr hohen Stellenwert ein und der Bergbau wurde in größerem Ausmaß betrieben. Es wurden Stollen durch die Flöze angelegt, die nach oben hin mit Schächten verbunden waren, durch die Kohle abtransportiert und Frischluft zugeführt werden konnte.
Es wurden auch sogenannte Erbstollen angelegt, die länger als andere Stollen waren, und durch welche das Grundwasser in die Ruhr abfloss und Frischluft zugeführt wurde. Sie wurden quer zu den Schächten angelegt, von denen aus Stollen in die Flöze führten.
Die ersten Tiefbauzechen wurden angelegt, als über den Erbstollen die Kohlevorräte zuneige gingen.
Ein senkrechter Schacht führte in die Tiefe, von dem aus Stollen zu den einzelnen Flözen ausgingen. Die Kohle wurde über den Schacht hochgezogen und das Grundwasser mit Dampfmaschinen über Tage nach oben abgepumpt.
Im Muttental entstand in den 30er bis 50er Jahres des 20. Jahrhunderts der Nachlesebergbau, welcher seinen Höhepunkt während der Kohlenknappheit nach Ende des 2. Weltkrieges fand. Während frühere Bergleute Flöze, deren Abbau sich nicht lohnte, markiert hatten, wurden diese Flöze nun, da man Kohle brauchte, abgebaut. Diese Arbeit erledigten Kleinzechen, die jedoch stillgelegt wurden, wenn keine Kohle mehr zu finden war.
Auch das Muttental wurde vom Zechensterben nicht verschont.
Im Jahr 1972 wurde die letzte größere Schachtanlage auf dem heutigen Wittener Stadtgebiet, "Herbede", geschlossen und einige Jahre später schloss mit der Kleinzeche "Egbert" auch die letzte Zeche im Muttental.
Der Bergbau prägte die Geschichte des Ruhrgebiets nachhaltig und seine Spuren lassen sich noch heute verfolgen. Auch das Interesse der Bevölkerung an der Vergangenheit ihrer Region hält die Erinnerung an den Bergbau aufrecht.
Bereits in den 1950er Jahren gab es für Lehrlinge der Bergberufsschule in Bochum Wanderungen zu den Steinbrüchen, ausserdem erschienen geschichtliche und geologische Veröffentlichungen, durch die das Interesse der Bevölkerung geweckt wurde. 1972 entstand im Muttental und im Hardensteiner Tal ein Bergbaulehrpfad, der stetig erweitert wurde.
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