Muttental - Geschichte


Das Muttental, benannt nach dem Muttenbach, liegt in einem Gebiet, in dem Steinkohleflöze des oberen Karbon zutage treten. Entstanden sind die Flöze vor über 300 Millionen Jahren aus riesigen Sumpfwäldern, die immer wieder vom Meer überschwemmt und mit Sand- und Tonschichten bedeckt wurden, so dass sich Schichtenfolgen bildeten.
Einer Sage nach entdeckte im Mittelalter ein Schweinehirt (Mutte = plattdeutsch für "Sau") die Kohle, als sein in einem von einer Sau gewühlten Loch entzündetes Lagerfeuer am nächsten Morgen immer noch glühende schwarze Steine (Kohle) enthielt.

Der Abbau der Kohle begann ca. 1510 mit dem Tagebergbau, die erste urkundliche Erwähnung findet sich in einer Gerichtsakte von Burg Hardenstein im Jahre 1552.

 
Frühe Ansiedlungen finden sich im Wittener Raum bereits vor ca. 10 000 Jahren, belegt durch den Fund einer Pfeilspitze im Raum Wullen, weitere Funde von Feuerstein-Werkzeugen und Beilklingen etwa in den Gebieten Wannen, Heven, und Bommern sind ca. 5000 Jahren alt. Lanzenspitzen und Tongefäße, die in der Nähe von Steinhausen in Witten-Bommern sowie in Rüdinghausen gefunden wurden, lassen sich auf die Zeit um Christi Geburt datieren.
Keramikfunde aus der Zeit nach 775 n. Chr. zeugen von der fränkisch-karolingischen Epoche. Im 7. und 8. Jahrhundert bildeten sich sächsische und fränkische Ansiedlungen mit Siedlungsschwerpunkten in Herbede und Witten-Zentrum.

Die erste urkundliche Erwähnung von Herbede findet sich im Jahr 851, der Ortsname Witten wird 1214 erstmalig in einer Urkunde erwähnt.
Um 1200 umfaßte der Hofesverband Herbede 59 Hofstellen und Witten etwa 30 - 36 Hofstellen.
Wie Herbede war auch Witten Reichsgut bis 1225/1227 die kaiserliche Lehnshoheit an die Herren von Witten überging. Vogteigerichtsbarkeit und grundherrliche Rechte samt Schultheißenamt fielen von 1225 bis 1243 an die Familie von Witten, die sich in zwei Linien teilte - von Witten zu Witten und von Witten-Rüdinghausen.
Zwischen 1248 und 1297 wechselte die Familie von Witten zum südlichen Ruhrufer, nannte sich fortan von Witten-Steinhausen und errichtete dort die Burg Steinhausen, urkundlich erstmals 1297 erwähnt.
 
Das Mittelalter bis zum Beginn der Industrialisierung war in Witten von Landwirtschaft, Viehzucht und gewerblicher Arbeit geprägt, und von Pestepidemien wie 1348/1349 und wiederholten Kriegswirren überschattet.
Der Bergbau gewann erst im 18. und 19. Jahrhundert größere Bedeutung für Witten und führte zur weiteren Ansiedlung zahlreicher Industriebetriebe.
Die Zeche Nachtigall erhielt 1731 erstmals Abbaurechte und wurde nach der Zusammenlegung mit anderen Zechen 1832 zur ersten Tiefbauzeche des Ruhrgebietes.
Im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts fanden sich in Witten neben den Schwerpunkten Bergbau und Eisenindustrie Fabriken für Treibriemen, Schuhe, Seile, Waschpulver und Seife sowie Sägewerke, Brauereien und Ziegeleien.
Die Einwohnerzahl betrug um 1800 etwa 1200 Einwohner und erreichte 1838 schon 2458. Nach einem starken Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 1858-1872 hatte Witten bereits 18 459 Einwohner. Ebenso im Zusammenhang mit einer Firmengründungswelle stand der Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 1880 und 1900 von 20 915 auf 33 517.
Burg Steinhausen

Burg Steinhausen hat die Geschichte von Witten maßgeblich mitgeprägt und das heutige Wappen der Stadt Witten geht auf das Siegel des Burgherrn Everhard von Witten zurück.
Bis in die 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts war Burg Steinhausen Sitz der Wittener Adelsfamilie und des Eigengerichts Witten.
1464 gelangte die Burg für fast drei Jahrhunderte an die Familie Stael von Holstein. Robert Stael von Holstein ließ 1607 das Giebelhaus errichten.
1732 übernahm die Familie von Elverfeldt das Gut und baute 1810 das noch heute vorhandene klassizistische Schloß.
Mitte des 19. Jahrhunderts ging das Schloß an die holländische Familie den Tex über.
Der Kaufmann Friedrich Wilhelm Dünkelberg erstand Ende des 19. Jahrhunderts Schloß, Burganlage und Ländereien und baute sie in ein romantisches Rittergut um.
Das Schloß ist heute in Privatbesitz und beherbergt ein Restaurant, Künstlerwerkstätten und eine Mountainbikeschule.

Burg Hardenstein

Eine weitere mittelalterliche Burg in Witten-Bommern ist die an der Ruhr gelegene Burg Hardenstein, die erstmals 1354 urkundlich erwähnt wurde.
Sie war im Besitz der Familie von Hardenberg, einem Hochadelsgeschlecht aus dem Bergischen Land.
Durch die Heirat der Erbtochter Christine mit Robert Stael von Holstein gelangte die Burg 1439 bis 1510 in Besitz der Familie von Holstein.
Seit 1629 wurde sie von den wechselnden Eigentümern mit den umliegenden Ländereien verpachtet. Die Burg wurde seit dem 16. Jahrhundert kaum mehr genutzt, und ist heute eine Burgruine.



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