Der Nachtigallstollen (Besucherstollen) wurde Anfang der 90er Jahre für bergbaukundliche Führungen hergerichtet. Der Verkehrsverein veranstaltet im Sommerhalbjahr Samstags und Sonntags halbstündlich Führungen unter fachkundiger Leitung, beispielsweise durch pensionierte Bergleute.
| Im Muttental vermutet die Geschichtsschreibung den Ursprung des Kohlebergbaus im Ruhrgebiet. Nach der Überlieferung stieß im 13. Jahrhundert ein Schweinehirt (Mutte, plattdeutsch für Schwein) zufällig auf die Kohle, nachdem die Glut seiner Feuerstelle ungewöhnlich lang anhielt und sich intensiv in den Boden fortsetzte.
Jahrhundertelang wurde die Kohle allerdings nur im Tagebau (oberirdisch) in offenen Gruben geschürft, für den Eigenbedarf der ansässigen Bevölkerung. |
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Vor 270 bis 350 Millionen Jahren wurden in Westfalen durch eiszeitliche Veränderungen Wälder in den Boden gedrückt und mit Gesteinsschichten überlagert. Unter Luftabschluß entstanden daraus im Lauf der Zeit Schichten (Flöze) von Steinkohle. Diese Flöze folgen unterirdischen "Bergen" und "Tälern" und Verwerfungen durch die Bewegungen der Erdkruste. Bei uns im Süden des Ruhrgebiets treffen diese Flöze an die Erdoberfläche, nach Norden hin liegt die Kohle immer tiefer.
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Die heilige Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute. Ihr wurde hier im Stollen eine Nische geweiht, damit die Bergleute sie anrufen und um ein glückliche Rückkehr ans Tageslicht bitten konnten.
Der Bergmannsgruß "Glück auf!" verkündet denselben Wunsch: Mit Glück wieder hinauf zur Erdoberfläche "fahren" zu können. |
Wegen der zwar wenig tief liegenden, aber nicht sehr ergiebigen Kohleflöze wurde die Kohleförderung im Witten recht früh eingestellt.
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| In der Notzeit nach dem Krieg wurde hier in einem "wilden" Streb ohne jeden Ausbau (ohne Abstützung) von Wittenern Kohle für den eigenen Bedarf abgebaut. Hier sehen wir den Flöz "Geitling 3", mit 30 cm Dicke eigentlich nicht abbauwürdig. |
Der nach Eröffnung des Besucherstollens zunächst genutzte Eingang auf der Westseite ist nach einem Steinschlag aus Sicherheitsgründen gesperrt. Daher wird der Eingang vom Gelände des Westfälischen Industriemuseums her genutzt. Dennoch lohnt sich die Wanderung um den "Berg" herum, denn an der Bruchkante des dortigen Steinbruch Dünkelberg wird der Verlauf der Kohleadern "Flöze" in der Felswand deutlich sichtbar.
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An der Steinbruchwand oberhalb des westlichen Stolleneingangs sind Flöze (Kohleschichten) und geologische Verwerfungen deutlich sichtbar.
Hier zu sehen ist das etwa 30 cm starke, damit nicht abbauwürdige Flöz Geitling 3. Dieses Flöz liegt sehr "schräg" im Berg, fällt aus dieser Perspektive nach hinten im Winkel von etwa 20° ab und ist im Stollen zu sehen (Abb. siehe oben). Den besten Blick auf die Gesteinsformation hat man, wenn man ein Stück in die Straße "Auf der Martha" hinaufgeht. |
Im Stollen steigt die Temperatur selten über 12°C, so daß entsprechende Kleidung angeraten ist. Für Schutzhelme sorgt das Museum.
Nachtigallstollen (Besucherstollen)
Muttentalstraße
Führungen halbstündlich
Di bis So 10 bis 18 Uhr
Eintritt 2,40 EUR Museumseintritt zzgl. 1 EUR Zuschlag für Stollenbesichtigung
Kinder, Jugendliche, Schüler 1,50 EUR Museumseintritt zzgl. 0,50 EUR
Weitere Infos: Westfälisches Industriemuseum Zeche Nachtigall
Ruhrstadt-Verlag, Postfach 2104, 58411 Witten, muttental@ruhrstadt-verlag.de (zu diesem Projekt)