Westfälisches Industriemuseum: Kohlentransport mit Lastkähnen auf der Ruhr


Am östlichen Ende des Museumsgelände liegt eine Ruhraake (oder Ruhrnachen) auf dem Trockenen. Dieser 34 Meter lange Nachbau eines Lastkahns wurde auf einer Mülheimer Werft 2000 bis 2002 von Mülheimer Jugendlichen nach alten Plänen, Beschreibungen und historischen Abbildungen rekonstruiert. Im November 2002 wurde der Kahn auf drei Sattelschleppern nach Witten gebracht.

In der zweiten Hälfte des Jahre 2010 soll der Museumskahn nun soweit ausgerüstet sein, daß er zur Besichtigung freigegeben wird.


Die Ruhr wurde rund hundert Jahre (etwa von 1780 bis 1880) intensiv für die Lastschiffahrt genutzt. Ab 1774 wurde der Fluß nach Plänen der preußischen Regierung schiifbar gemacht, 1780 war die Ruhr bis Langschede (bei Fröndenberg) befahrbar. Die Schiffe wurden meistens durch Pferde (auf den Leinpfaden entlang der Ruhr) gezohen bzw. getreidelt, entsprechend nennt sich dies Treidelschiffahrt. Zum Teil führen die Schiffe unter Segeln und nutzten den Wind für das Vorankommen. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Transport auf der Ruhr uninteressant: Die relativ kleinen Schiffe fuhren nur langsam und waren auch der Konkurrenz zur Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft mit den Strecken Elberfeld-Dortmund (ab 1849) und Witten-Duisburger Bahn (ab 1862) nicht gewachsen.


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